Wird in den USA legalisiert und von der UN neu eingestuft?

Diese Woche ereignen sich in der Welt zwei Abstimmungen von historischer Bedeutung für die Geschichte von Cannabis. Vor allem für die Geschichte ihrer Prohibition. In den USA wird das Repräsentantenhaus über den MORE ACT abstimmen, der die amerikanische Cannabisprohibition beenden will und sogar eine Art von Wiedergutmachung vorsieht für die vom War on Drugs viel stärker betroffenen Gemeinschaften dunklerer Hautfarbe. Und in Wien wird über die Zukunft von Cannabis als Medizin entschieden – genauer gesagt über das Ende der Total-Ächtung der Pflanze auf der internationalen Ebene der Vereinten Nationen.

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US MORE ACT

In einem 35-seitigen Gesetzesvorschlag hat Kamala Harris (Demokraten) mit ihrem Kollegen Jerrold Nadler eine sinnvolle und durchgehend logische Basis geschaffen für eine Legalisierung von Cannabis auf nationaler US-Ebene. Findet der Vorschlag die Mehrheit im Repräsentantenhaus, wäre das ein deutliches Signal für die breite Bereitschaft Amerikas, das Buch der Prohibition zuzuschlagen. Allerdings wäre es nur der vorletzte Schritt. Im letzten Schritt müsste auch der US-Senat dem MORE Act zustimmen. Den Senat allerdings haben die Republikaner unter Mitch McConnell (Kentucky) in der Hand. Der hat bereits verlautbaren lassen, dass er die nationale Cannabis-Legalisierung nicht zulasse, solange er Wache schiebe. Also bleibt letztlich alles offen, auch wenn die Repräsentanten den MORE Act absegnen.

Weiterführende Links:
Der MORE Act im Originaltext
Seite der Sentorin Harris zum Act
Bericht bei Leafly

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UN RESCHEDULING

Zu der bevorstehenden Abstimmung über die internationale Neueinstufung von Cannabis in suchtmitteltechnischer Hinsicht gibt es eine längere Vorgeschichte:

Am 24. Januar 2019 schreibt die Direktion der WHO in einem Brief an den UN-Generalsekretär, dass die WHO eine Neueinstufung von Cannabis empfiehlt.

Die UNODC, mit der Prüfung der WHO-Empfehlungen beauftragte Behörde, schließt sich den WHO-Empfehlungen im Januar 2020 an und empfiehlt den UN-Staaten die Akkordierung. Die UN-Narkotika-Kommission CND berät seither über die Neueinstufung und hat die Abstimmung bereits zweimal verschoben, um zuletzt Anfang Oktober 2020 noch weitere Experten-Meinungen zu hören. Es ist aber beschlossen, dass beim nächsten „Intersessional Meeting“ der CND auch über die Neueinstufung abgestimmt wird. Das Meeting findet nun von 2. bis 4. Dezember 2020 in der Wiener UNO-City statt.

Sollte – wie wohl nicht vor dem 4. Dezember zu erwarten – kundgetan werden, dass die UN die Umsetzung der WHO-Empfehlungen beschlossen hat, wäre das ein historischer Moment in der verrückten Geschichte der Cannabis-Prohibition. Cannabis wäre dann wieder als Medizin anerkannt – nach 50 Jahren sinnloser Verfolgung, die bis heute unnötig unsägliches Leid verursacht. Die international vorgeschriebenen Zugangsbarrieren zu Cannabismedizin wären dann großteils aufgehoben. Das international gültige Suchtgift-Einheitsabkommen der UN würde dann keine Rückendeckung oder Legitimation mehr bieten für drakonische Verbote.

TNI hat die Story ebenso akribisch recherchiert und aufbereitet.
Ebenso das IDPC.
Die UN-Page zum Thema ist auch besuchenswert.
Hier noch der Bericht von MJBiz Daily.

In der Nacht auf Donnerstag stimmen die Amerikaner ab.
Bis Freitag 4. 12. abends sollte auch die UN-Abstimmung gelaufen sein.

https://AROMAKULT.com hält beide Daumen und wird berichten!

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