Luxembourg: Nur eine Regulierung, keine Freigabe

Gratis-Öffis und Cannabis-Freigabe – zwei Regierungsversprechen, mit denen das kleine EU-Land Luxemburg vor einigen Monaten bis in die internationalen Schlagzeilen gelangte. Aber dann rief die globale Konsensfabrik den COVID-Reset aus. Und vergessen war schnell, was zuvor noch die Gemüter gehetzter Pressereporter aufgewühlt hatte.

Was wurde also aus der Cannabis-Legalisierung in Luxemburg? Fast typisch für Regierungen, konnte auch die Luxemburger ihre Versprechen nicht halten. Und heute gefragt, kriegt man sowieso immer die gleiche Antwort: Jetzt sei Corona, da könne man nicht. Dennoch wurde die Luxemburger Gesundheitsministerin Paulette Lenert kürzlich äußerungsbereit zu diesem Thema. Cannabis liege ihr nicht besonders am Herzen, meinte sie, und bei besagten Plänen handle es sich ja mehr um eine Regulierung und keinesfalls um eine Art von Legalisierung, bei der jeder anbauen und konsumieren könnte, wie er wolle. Ach ja? Aber wer hat denn dann eine Legalisierung versprochen, und warum?

Was wirklich ist

Tatsächlich ist die Situation in Luxemburg, zuvor annähernd gleich wie bei uns, seit 2019 deutlich geändert im Vergleich zu Österreich: Hanfblüten mit THC können vom Luxemburger Arzt verschrieben und über das Gesundheitssystem bezogen werden. Derzeit zwar in deutlich beschränkterem Rahmen als z. B. in Deutschland, und nur innerhalb eines Pilotversuchs – mehr Info dazu unter https://www.marijuanadoctors.com/international-patients/luxembourg-laws/. THC muss aber immer über Arzt und Apotheke laufen. Außerhalb des Gesundheitssystems gilt auch in Luxemburg eine Grenze von 0,3% THC für frei erhältliche CBD-Produkte.

Lenerts also immer noch bevorstehende, „nicht-legalisierende“ Neuregulierung soll auf die Einwohner des kleinen Großherzogtums beschränkt bleiben, die mindestens 6 Monate vor Ort gemeldet waren, und auf etwa ein Dutzend Verkaufsstellen. Cannabiskonsum in der Öffentlichkeit und Anbau zuhause bleiben illegal. Diese Details stammen aus einem alten Entwurf des vorhergehenden Gesundheitsministers. Ob – und vor allem wann – Lenert mit deren Umsetzung beginnt, weiß heute nur Corona. Vielleicht lässt Lenert zuerst noch einen neuen Entwurf ausarbeiten. Aufschub ist schließlich das Standardmodell in der Politik.

Mehr Infos zur Hanfbranche in Luxemburg bietet https://www.wort.lu/de/business/hanf-branche-in-luxemburg-der-goldrausch-bleibt-aus-5fac2453de135b9236fb0480

Aromakult unterstützt und fordert die Abgabe von Cannabisblüten auch über das österreichische Gesundheitssystem – so wie jede Art von Cannabis-Legalisierung.

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