Eigenanbau und garantierte Kostenübernahme für Cannabis im „Europa Südamerikas“

Per Präsidial-Dekret wurde Cannabis in Argentinien für den Eigenanbau freigegeben und ihre medizinische Nutzung innerhalb des Gesundheitssystems beschlossen. Damit erreicht das riesige Land mit dem europäisch anmutenden Klima quasi Platz drei im Rennen um die historische globale Cannabis-Rehabilitierung.

Es ist nicht die größte Leistung, nach sieben Jahren Beobachtung einfach das zu tun, was das Nachbarland Uruguay schon seit 2013 tut – nämlich Cannabis als Hausmittel und Volksmedizin wieder zurück in die Hände aller zu geben. Vorbildcharakter hat es aber auf jeden Fall. Und immerhin hat bereits im Mai die österreichische Wirtschaftskammer betont wohlwollend über die Cannabiswirtschaft Argentiniens berichtet und dazu aufgerufen, Wirtschaftskontakte herzustellen (unter https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/argentinien-cannabis-als-wirtschaftliche-chance.html). Sollte dies ein Hoffnungsschimmer für die Cannabis-Freigabe in Österreich sein?

In Argentinien gibt es seit 2017 ein Cannabis-Medizinalprogramm. Im Rahmen dessen produziert der Staat Cannabisblüten. Gesundheitsorientierte Cannabis-Produkte werden über Ärzte und Apotheken abgegeben. Nun hat vor wenigen Tagen mit sofortiger Wirkung Argentiniens Präsident Fernández es per Erlass erlaubt, dass Menschen zuhause Cannabis für den Eigenbedarf herstellen. Ebenso dürfen Apotheken ab sofort Cannabis-Tinkturen, -Öle und -Salben verkaufen. Des weiteren wurden die Krankenkassen verpflichtet, medizinische Cannabis-Produkte kostenseitig zu übernehmen bei Verschreibung durch Ärzte. Es sind dies exakt jene drei Punkte, die der Schwerkranken-Selbsthilfeverein ARGE CANNA seit Jahren von der österreichischen Regierung fordert (nachzulesen unter https://arge-canna.at/recht/arge-canna-buergerinitiative-straffreistellung/).

Medizinisches Cannabis wurde in Argentinien zuvor hauptsächlich an Epilepsiekranke abgegeben und bezahlt, darunter viele Kinder und Jugendliche. Eine der stärksten Fraktionen, die sich im Vorfeld gesellschaftlich für die nunmehrige Cannabis-Freigabe in Argentinien stark gemacht hatten, war eine Organisation von Müttern schwerkranker Kinder namens Mamá Cultiva.
https://www.mamacultivaargentina.org/
http://www.mamacultiva.org/

Einen ausführlichen Artikel zur Freigabe in Argentinien publizierte die New York Times unter https://www.nytimes.com/2020/11/12/world/americas/argentina-cannabis-marijuana.html

https://AROMAKULT.com zieht den Hut vor Argentinien und unterstützt die Forderung, eine vergleichbare Cannabis-Regulierung auch in Österreich einzuführen.

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